Geschichte unserer Gruppe und der Historische Hintergrund
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Die Ritterbrüder der Welfen sind eine Gruppe die sich dem Leben im Mittelalter verschrieben hat. So hat sich am 22.11.2009 Frau und Mann getroffen um einig zuwerden. Die Gruppe hat sich dem Frühen Hochmittelalter verschrieben deshalb auch der Name, denn die Welfen waren in dieser Zeit das Herrschende Geschlecht in unseren Landen. Außerdem besteht noch eine Bindung zum Deutschen Ritterorden. Die Darstellung der Ritter soll ein Heerlager von Rüchkehrer des ersten Kreuzzug sein. Nach etwas holbrigen Anfang, sind die Ritterbrüder der Welfen zu einer Gruppe angewachsen, mit fast 40 Mitglieder, die sich sehen lassen kann, unser Lager besteht aus mittlerweilen 22  Zelte einem Versorgungszelt mit kochbaldachin einen 6m und einem 9 m Baldachin. Inzwischen sind wir auf zahlreichen Mittelalterfesten eine gern gesehene darstellende Gruppe. Unsere Schwertkampf Gruppe studiert jedes Jahr ein neues Schaukampfstück ein.
Die schwäbischen Welfen, Die schwäbischen Welfen gründeten ihre Macht auf umfangreichen Allodial- und Lehenbesitz in Schwaben Rätien und Bayern. Um des Jahr 1047 Welf IV., der Sohn Kunigundes und Alberto Azzos, wurde im Jahr 1070 von König Heinrich IV. zum Herzog von Bayern ernannt. Mit ihm und seinen Söhnen Welf V. und Heinrich der Schwarze begann die Zeit, in der die Familie im Kaiserreich in der Opposition gegen die Staufer die zentrale Rolle spielte, insbesondere, nachdem Heinrich durch seine Ehe mit der Billungerin Wulfhild die Machtstellung der Welfen in Sachsen begründete sowie beider Sohn Heinrich der Stolze durch seine Ehe mit Gertrud von Sachsen, der einzigen Tochter des Kaisers Lothar III., gegen Ende seines Lebens zusätzlich den Titel eines Herzogs von Sachsen erwarb. Der sich aufgrund dieser Position andeutende Schritt zum Königtum gelang den Welfen jedoch nicht. Anstelle Heinrichs wurde 1138 der Staufer Konrad III. gewählt – Heinrichs Machtfülle und sein Temperament erschienen den anderen Fürsten zu bedrohlich. Als Konrad von Heinrich den Verzicht auf eines seiner beiden Herzogtümer verlangte, kam es zum Streit, der Verhängung der Reichsacht über Heinrich und dem Entzug beider Herzogtümer. Zwar konnte Heinrich Sachsen gegen alle Angriffe bewahren, er starb aber bereits ein Jahr später, noch ehe er das 32. Lebensjahr vollendet hatte. Nach dem Tod Heinrichs des Stolzen übernahm zunächst sein Bruder Welf VI. die Führung des Hauses und die Verwaltung der welfischen Stammgüter in Schwaben, da Heinrich der Löwe, der einzige Sohn Heinrichs des Stolzen, noch nicht volljährig war. 1142 gelang es ihm, von Konrad III. die Rückgabe des Herzogtums Sachsen an Heinrich den Löwen zu erreichen.
Erste Garstellung der Ravensburg
Schon um 1120 war Judith, die Schwester Heinrichs des Stolzen und Welfs VI., mit Friedrich von Staufen, Herzog von Schwaben, verheiratet worden, um einen Ausgleich zwischen Staufern und Welfen zu bewirken. Aus dieser Ehe ging der spätere Kaiser Friedrich Barbarossa hervor, der 1151 eine Versöhnung zwischen seinem Onkel Konrad III. und seinen welfischen Vettern bewirken konnte (Konrad war 1152 gestorben und Friedrich sein Nachfolger), durch die Heinrich der Löwe 1156 auch das Herzogtum Bayern zurückerhielt, Welf VI. wurde Herzog von Spoleto und damit der mächtigste Mann im italienischen Reichsteil, da er aufgrund seiner Verwandtschaft mit dem Hause Este auch über Sardinien und als Markgraf über Tuscien herrschte. In der Tübinger Fehde (1164–1166) zeigte sich die Abhängigkeit des Kaisers von den Großen des Reiches genauso wie die Komplexität der Herrscher-Beziehungen, die nicht auf den staufisch-welfischen Gegensatz zu reduzieren ist. Als 1167 aber sein einziger Sohn Welf VII. an der Malaria starb, verlor er das Interesse an der Politik und vermachte Friedrich I. Barbarossa durch Erbvertrag die welfischen Hausgüter in Schwaben, namentlich Ravensburg und Altdorf.
In der Folge kam es zu neuerlichen Konflikten zwischen dem Kaiser und seinem Vetter Heinrich der Löwe, im Verlauf derer dieser nicht nur seine Herzogtümer Bayern und Sachsen verlor (1179 Reichsacht, 1180 Aberkennung der Reichslehen), sondern nach England zu seinen Verwandten aus dem Hause Plantagenet ins Exil gehen musste – seine Frau war die Schwester von Richard L?wenherz. Die Macht der Welfen in Deutschland war gebrochen, das Herzogtum Bayern fiel an die Wittelsbacher, die dort bis 1918 regierten. Nach einer Versöhnung mit dem Kaiser 1194 erhielt er zwar einen Teil seiner Güter und Titel zurück, der Kampf zwischen Staufern (verbündet mit dem französischen Königshaus der Kapetinger und mit Aragon) und Welfen (verbündet mit dem Haus Anjou-Plantagenet) dauerte aber fort, spiegelt sich vor allem in den inneritalienischen Auseinandersetzungen der kaisertreuen und der papsttreuen Partei der Ghibellinen und Guelfen wider. Deutscher König und Kaiser (staufisch-welfischer Thronstreit 1198–1214/15) Ein letztes Aufflackern der welfischen Opposition war die Wahl Ottos IV., Sohn Heinrichs des Löwen, 1198 zum Gegenkönig zu Philipp von Schwaben. Nach dessen Ermordung 1208 wurde Otto 1209 durch Papst Innozenz III. zum ersten und einzigen welfischen Kaiser des Heiligen R?mischen Reichs gekrönt, schon kurz darauf aber wegen seines Versuchs, Sizilien ins Reich einzugliedern, unter Kirchenbann gestellt. 1214 unterlag Otto in der Schlacht bei Bouvines dem französischen König Philipp II. August und dem Staufer Friedrich II., der 1215 zum Gegenkönig gewählt wurde. Otto IV. starb 1218 auf der Harzburg, Friedrich II. wurde sein Nachfolger.
Welfische Stammburg, Von der Ravensburg aus verwalteten die Welfen ihre Stammlande im Herzogtum Schwaben. Welf IV. wurde 1070 zum Herzog von Bayern ernannt; sein Enkel Heinrich der Stolze konnte 1137 durch Heirat zusätzlich den Herzogstitel von Sachsen erwerben. 1088 setzte Welf IV. auf der Ravensburg den Augsburger Bischof Siegfried gefangen (heute noch in einer Festzugsgruppe des Historischen Festumzugs beim Rutenfest wiedergegeben). Ab 1122 nennen sich die Welfen „Herzöge von Ravensburg“, Heinrich der Schwarze starb 1126 auf der Ravensburg. Heinrich der Stolze wies 1127 die Burg seiner Gattin, der Kaisertochter Gertrud von Sachsen, als Wohnsitz zu. Vermutet wird, dass 1129 der berühmte Sohn Heinrichs des Stolzen, Heinrich der Löwe, auf der Ravensburg geboren wurde. Die Ravensburg beherbergte damals offensichtlich auch die herzogliche Hofhaltung, bezeugt durch die zugehörigen Hofämter. Nach dem Tod Heinrichs des Stolzen 1139 fiel die Führung des Hauses der Welfen und die Herrschaft über die Ravensburg an dessen Bruder Welf VI., Herzog von Spoleto. Verteidigte er zunächst mit großem Erfolg die welfischen Interessen, verlor er nach dem Tode seines Sohnes Welf VII. 1167 aber offenbar das Interesse an der Politik und vermachte schließlich die Ravensburg mitsamt den übrigen schwäbischen Besitzungen 1178 oder 1179 per Erbvertrag an seinen staufischen Neffen, Kaiser Friedrich I. Barbarossa.
Die Welfen Sage, Vor langer Zeit stand bei Weingarten eine Burg, auf welcher der mächtige Graf von Altdorf lebte. Das Volk verehrte ihn als strengen, aber gerechten Herrn, wohingegen seine Frau wegen ihrer Hartherzigkeit und ihres Geizes gefürchtet war. Der Sage nach begegnete der Gräfin eine arme Witwe, die sie um ein Almosen für ihre Kinder bat. Als diese von der Gräfin mit bösen Worten zurechtgewiesen wurde, stieß sie eine Verwünschung gegen sie aus. Bald darauf kam die Gräfin nieder und gebar zwölf Knaben. Das galt damals als böses Zeichen. So ließ die Gräfin elf der Knaben heimlich beiseite schaffen. Eine Magd sollte sie im Bach ertränken. Unglücklich machte sich das Mädchen auf den Weg. Kaum hatte es die Burg verlassen, kam ihr der Graf entgegen, der eben von der Jagd heimkehrte. Auf die Frage, was sie denn in ihrem Korbe trage, antwortete das Mädchen zitternd, es seinen elf junge Welpen, die sie ertränken solle, weil die Gräfin das laute Gebell so sehr störe. Mißtrauisch befahl ihr der Graf, den Korb zu öffnen. Da fiel das Mädchen schluchzend vor ihm nieder und gestand, was geschehen war. Als der Graf seine Fassung wiedergefunden hatte, befahl er der Magd, der Gräfin auszurichten, sie hätte ihren Auftrag ausgeführt, ansonsten aber zu schweigen. Er selbst gab die Knaben einem Müller in der Nachbarschaft zur Pflege, sagte ihm aber nichts über ihre Herkunft. Jahre vergingen. Als die Knaben herangewachsen waren, lud der Graf zu einem großen Fest und erzählte bei Tische manche Geschichte; auch von einer Mutter, die ihre eigenen Kinder wie junge Welpen ertränken lassen wollte. Welche Strafe denn eine solche Mutter verdiene, wandte er sich an seine Gemahlin. Böses ahnend stammelte diese: "Den Tod." Auf ein Zeichen des Grafen öffnete nun die Magd die Türen des Rittersaals, und die elf Knaben traten mit dem Müller ein. Der Graf berichtete seinen Gästen, was sich vor Jahren zugetragen hatte. Die Gräfin warf sich ihm zu Füßen und bat um Gnade. Nur durch die Fürsprache der Knaben ließ sich der Graf erweichen und schonte ihr Leben. Die Knaben aber wurden fortan "die Welfen" genannt. Bis zum beginn des 9. Jahrhunderts läßt sich der Stammbaum der Welfen zurückverfolgen. Um diese Zeit erscheint ein Graf Welf, dessen Sohn Konrad im Argen-, Linz- und Eritgau nachgewiesen werden kann, also im nordöstlichen Oberschwaben. Auf dem Martinsberg bei Weingarten stand seine Burg.
Der Deutsche Orden entsteht, Von Beginn der Auseinandersetzungen zwischen Orient und Okzident, zwischen Islam und Christentum im Heiligen Land, entstand auch jener Deutsche Orden. Als Friedrich von Schwaben mit seinem Heer 1190 vor Akkon eintraf, bestand dort bereits ein Feldlazarett für all jene Ritter, die bereits vorher unter Graf Adolf von Braunschweig dort kämpften und litten. Ein Kaufmann aus Bremen, dessen Name in der Narratio (Schilderung der Geschehnisse im Heiligen Land) mit Sibrand angegeben war, hatte das Lazarett errichten lassen. Friedrich von Schwaben bat darum, ihm ein Grundstück zuzuweisen und überschreiben zu lassen, um dort ein Hospital bauen zu können. Kaiser Heinrich V1., Sohn und Nachfolger Kaiser Friedrich Barbarssas, der auf diesem Kreuzzug die Landtruppen führte und am 10. Juli 1190 im Saleph-Fluß ertrank, ebenso auch Papst Clemens 111., erteilten ihre Zustimmung zum Bau der Hospitals. Friedrich von Schwaben erreichte ebenso deren Einverständnis zur Gründung eines neuen Orden, der in diesem Hospital arbeiten sollte. Der Orden wurde - Orden des Hospitals zu Sankt Marien der Deutschen in Jerusalem- genannt.
Erster Prior des Orden wurde Kaplan Konrad. Ab 1193 übernahm Heinrich Walpot aus Passenheim, der mit dem Ritterheer nach Palästina gekommen war, als Prior und Meister die Hospital- und Ordensführung. Seine offizielle Bestätigung erhielt der Deutsche Orden durch Papst Innozenz 111. im Jahr 1198. Von diesem Jahr an galt er offiziell als geistlicher Ritterorden. Die Ordensregeln waren jene der Johanniter nachempfunden, während für die Ritter die Ritterregeln der Templer maßgebend waren. Die Ordensbrüder gliederten sich in drei Gruppen: Ritter, dienende Brüder und Priesterbrüder. Alle waren an das für sämtliche geistliche Ordenbindende Gelübde gebunden: -Armut, Keuschheit und Gehorsam-.
Das erste Haupthaus des Deutschen Ordens wurde in Akkon eingerichtet. Bis zum Jahr 1196 entstanden fünf weitere Ordensburgen im Heiligen Land: Es waren Gaza, Jaffa, Ascalon, Rama und Zamsi. 1197 richteten die Kreuzfahrer gewissermaßen als Versorgungs- und Etappenstation jeweils ein Haus in den beiden wichtigsten Kreuzfahrerhäfen Süditaliens und Siziliens, Barletta und Palermo, ein. Nördlich von Akkon entstand später auf dem Boden einer Senkung binnen zweier Jahre eine gewaltige, weithin sichtbare Burg, die sich Montfort - Starkburg - nannte. Diese wurde nach ihrer Fertigstellung 1224 Haupthaus des Deutschen Ordens und Sitz des Hochmeisters. Mit der Regierungszeit von Heinrich Walpot ging 1196 die Zeit der Hospitalbruderschaft zu Ende. Sie mündete in jene des Ritterordens ein. Mit der Ernennung Hermann von Salzas 1209 zum Hochmeister der Deutschen Ordens begann, der unaufhaltsame Aufschwung.
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Uhldingen 2018
Ruine Ratzenried 2010
Ehrenberg 2012
Lauchringen 2012
Schrunz 2018
Uhldingen 2017
Der erste Kreuzzug 1096 - 1099 Der Erste Kreuzzug war ein christlicher Kriegszug zur Eroberung Palästinas, zu dem Papst Urban II. im Jahre 1095 aufgerufen hatte. Sein ursprüngliches Ziel war die Unterstützung des Byzantinischen Reiches gegen die Seldschuken. Der Kreuzzug begann 1096 zum einen als bewaffnete Pilgerfahrt von Laien, zum anderen als Zug mehrerer Ritterheere aus Frankreich, Deutschland und Sizilien und endete 1099 mit der Einnahme Jerusalems durch ein Kreuzritterheer. Vom 18. bis 28. November 1095 fand unter Vorsitz von Papst Urban II. eine Synode in der Kathedrale der französischen Stadt Clermont statt. Neben 182 Kardinälen, Bischöfen und Äbten aus Italien, Spanien und Frankreich war unter anderem eine byzantinische Gesandtschaft angereist. Im Vorfeld wurde bereits verbreitet, dass der Papst ein Ereignis von großer Bedeutung für die Christenheit verkünden würde. Chronisten überliefern, Tausende seien zusammengeströmt, so dass die Verkündung nicht in der Kathedrale, sondern vor dem Osttor der Stadt stattfand. Als der Papst am 27. November 1095 vor die erwartungsvolle Menge trat, hielt er eine stark dramatisierende Rede von den Leiden der Christenheit im Osten und der Notwendigkeit der Befreiung der heiligen Stätten, die Chronisten zufolge, die abweichende Fassungen vom Wortlaut überlieferten, von der Menge begeistert aufgenommen wurde. Angeblich wurde bereits zu diesem Zeitpunkt das spätere Motto der Kreuzzüge – Deus lo vult! („Gott will es!“) – geprägt. Adhemar de Monteil, Bischof von Le Puy, der später zum Führer des Zugs ernannt wurde, kniete in einem zuvor besprochenen Auftritt unmittelbar nach dem Ende der Rede vor Urban II. nieder und bat als Erster um die Erlaubnis, ziehen zu dürfen. Viele andere sollen sich ihm angeschlossen haben. Danach hielt Papst Urban II. noch in Tours und Rouen Synoden ab, die den Aufruf verbreiteten. Ein Übriges taten die über das Land gesandten Wanderprediger der Kirche, die dafür sorgten, dass viele einfache Menschen, Abenteurer, Verbrecher, aber auch Bauern in den Krieg zogen. Den Kampfwilligen wurde Ablass für ihre Sünden zugesagt. Unter dem Motto Gott will es! wurde allen, die dem Ruf folgten, nie verwelkender Ruhm im Himmelreich versprochen. Volkskreuzzug Durch die Kreuzzugspredigt des Papstes veranlasst, brach im Frühjahr 1096 eine unorganisierte Volksmasse in Richtung Palästina auf. Dieses Kreuzfahrerheer bestand in erster Linie aus einfachen Menschen, Bauern und ihren Familien, weshalb man auch vom Volkskreuzzug spricht. Allerdings waren auch niedriger Adel und einzelne Ritter unter den Kreuzfahrern. Geführt wurde der Zug von Predigern wie Peter von Amiens. Seine ersten Opfer fand dieser voreilige Kreuzzug bereits in Ostfrankreich und im Rheinland (Köln, Mainz, Worms), wo es zu Massenmorden an der jüdischen Bevölkerung kam. Chronisten heben den selbst für damalige Verhältnisse besonders grausamen Charakter dieser Pogrome hervor. Auch auf dem Balkan, bei Belgrad und Niš, kam es zu Ausschreitungen und Plünderungen, wobei die Kreuzfahrer erstmals auf stärkeren Widerstand stießen. Dabei folgten die Kreuzritter der Via Militaris in Richtung Südosten. Nachdem die Kreuzfahrer im August in Konstantinopel angekommen waren, ließ der um seine Hauptstadt besorgte Kaiser Alexios I. sie so schnell wie möglich über den Bosporus befördern. In Kleinasien trafen sie im Oktober 1096 bei Nicäa auf Truppen der Rum-Seldschuken, die einen Großteil des undisziplinierten Kreuzheeres vernichteten. Die Überlebenden, unter ihnen auch Peter von Amiens, kehrten nach Konstantinopel zurück, um auf die nachfolgenden Kreuzfahrer zu warten. Aufstellung und Aufbruch des Kreuzritterheeres Der Verlauf des Ersten Kreuzzuges Im selben Jahr formierte sich ein deutlich besser organisiertes und für damalige Verhältnisse sehr großes Kreuzfahrerheer, das in erster Linie aus Franzosen, französischen und süditalienischen Normannen, Flamen und Lothringern  bestand. Anführer des Kreuzzuges waren Robert von der Normandie, Gottfried von Bouillon, Bohemund von Tarent, Raimund IV. von Toulouse, Balduin von Boulogne, Robert von Flandern, Hugo von Vermandois und weitere Angehörige des französischen und normannischen Adels. Päpstlicher Kreuzzugslegat war Adhemar de Monteil, Bischof von Le Puy. Man konnte sich nicht auf einen Oberbefehlshaber einigen, was im Verlaufe des Kreuzzuges zu diversen Konflikten führen sollte. Der deutsche König Heinrich IV. und der französische König Philipp I. nahmen nicht an dem Ersten Kreuzzug teil, da beide zu dieser Zeit mit dem Kirchenbann belegt waren. Das Kreuzritterheer brach in mehreren großen Zügen auf und vereinigte sich in Konstantinopel, wo die ersten von ihnen im November 1096, die letzten im April 1097 eintrafen. Nach neueren Schätzungen belief sich die Größe des Heeres auf rund 7.000 Ritter und adlige Herren sowie ein 22.000 Mann starkes Fußvolk. Einschließlich Unbewaffneter umfasste das Gesamtheer rund 50.000 bis 60.000 Menschen. Die Anzahl der Pferde wird auf 50.000 geschätzt. Kaiser Alexios I. brachte den Kreuzfahrern großes Misstrauen entgegen, da unter ihnen viele süditalienische Normannen waren – diese hatten diverse Kriegszüge gegen das Byzantinische Reich unternommen. Zudem befürchtete Alexios, dass die Kreuzritter ehemals byzantinisches Territorium für sich beanspruchen würden. Deshalb brachte er die Anführer des Kreuzzuges dazu, ihm den Lehnseid zu schwören, damit alle Gebiete, die sie von den Muslimen erobern sollten, unter seine Oberhoheit geraten würden. Alexios ließ die Teilheere der Kreuzfahrer schnell über den Bosporus nach Kleinasien verschiffen, wo sie auf die anderen warteten. Zug durch Kleinasien Die Belagerung Nicäas Das vereinte Heer setzte nun den Marsch durch Kleinasien fort, wo es schnell zu Kämpfen mit den Rum-Seldschuken kam. Ab Mai belagerten sie deren Hauptstadt Nicäa. Am 21. Mai schlugen sie ein zu Hilfe geeiltes rum-seldschukisches Entsatzheer unter Sultan Kilidsch Arslan I. Während die Kreuzritter die Stadt belagerten, traf eine kleine Abteilung der Byzantiner ein und verständigte sich mit den Einwohnern Nicäas. Am 19. Juni ergab sich die Stadt den Byzantinern, wodurch den Kreuzfahrern zu ihrer Verärgerung die Beute einer Plünderung der Stadt entging. Auf dem Weitermarsch trafen die Kreuzfahrer am 1. Juli auf das Heer der Rum-Seldschuken unter Sultan Kilidsch Arslan I. und schlugen es in der Schlacht von Doryläum entscheidend. Das christliche Heer konnte sich nun ungehindert seinen Weg durch Kleinasien bahnen. In Kilikien eskalierten die Spannungen unter den Anführern des Kreuzzuges: Balduin von Boulogne und seine Gefolgsleute verließen das Heer und begaben sich nach Edessa. Dort errichtete Balduin im Jahre 1098 unter Bruch des Lehnseides gegenüber Alexios die Grafschaft Edessa, den ersten Kreuzfahrerstaat. Kampf um Antiochia Die Belagerung von Antiochia Das restliche Kreuzfahrerheer, das ebenfalls kleinasiatische Städte erobert und für sich beansprucht hatte, war währenddessen in Richtung Syrien gezogen, wo es im Oktober 1097 mit der Belagerung von Antiochia begann. Die Nahrungsversorgung während der siebenmonatigen Belagerung war völlig unzureichend, viele Kreuzzügler verhungerten oder desertierten. Die Stadt wurde erst im Juni 1098 durch Verrat eingenommen und alle nicht-christlichen Einwohner umgebracht. Die Kreuzfahrer wurden nun selbst zu Belagerten, da ein vereintes Entsatzheer der Emire von Mossul, Aleppo und Damaskus mit einer Stärke von 200.000 Mann nur fünf Tage später eintraf. Auf Seiten der Kreuzfahrer befanden sich zu diesem Zeitpunkt (inklusive Nichtkämpfender) lediglich 20.000 Personen. ]  Erschwerend kam hinzu, dass es in ganz Antiochia als Folge der Belagerung keine Nahrungsmittel mehr gab. In dieser verzweifelten Situation riefen sie eine dreiwöchige Fastenzeit aus. Währenddessen verbreitete Bohemund von Tarent das Gerücht um die Heilige Lanze. Ein Mönch namens Peter Bartholomäus soll eine Vision gehabt haben, in der ihm der heilige Andreas erschien und ihm den wahren Aufenthaltsort der Heiligen Lanze zeigte. Zunächst wurde diese Aussage angezweifelt, doch nachdem auch ein Pfarrer eine ebensolche Vision hatte, waren die Zweifel überwunden. Bei Grabungen stieß man tatsächlich auf eine Lanze, die als Heilige Lanze betrachtet wurde. Durch den Fund motiviert, stellten sich die Kreuzfahrer dem muslimischen Entsatzheer zum Kampf. Die Belagerer, in deren Reihen es zu inneren Streitigkeiten gekommen war, wurden trotz ihrer massiven Übermacht nach kurzem Kampf besiegt und in die Flucht geschlagen. Bohemund von Tarent ernannte sich nun zum Fürsten von Antiochia, womit er einen weiteren Kreuzfahrerstaat gründete und dabei ebenfalls den Lehnseid gegenüber dem byzantinischen Kaiser missachtete. Er beendete seine Teilnahme am Kreuzzug vorzeitig und ging dazu über, die Herrschaft in seinem Fürstentum auszubauen. An seiner Stelle zog sein Neffe Tankred weiter Richtung Jerusalem. Nach gelungener Verteidigung der Stadt besserte sich die Nahrungsversorgung nicht. Auch grassierten Seuchen unter den ausgehungerten Kreuzfahrern, denen auch Adhemar de Monteil erlag. So plünderten die Kreuzfahrer auf der Suche nach Nahrung das weitere Umland. Dabei kam es im Dezember 1098 bei der Eroberung der Stadt Maarat an-Numan zu Kannibalismus; Radulf von Caen berichtete: „In Maara kochten unsere Leute die erwachsenen Heiden in Kesseln, zogen die Kinder auf Spieße und aßen sie geröstet.“ – Radulf von Caen: Gesta Tancredi In Expeditione Hierosolymitana. Die Berichte über Maara fanden in der arabischen Welt, als Beispiel für die Grausamkeit der als barbarisch empfundenen Invasoren, weite Verbreitung. Noch heute ist in arabischen Volksliedern von „Menschenfressern“ die Rede, wenn Franken gemeint sind. Zug durch Palästina Während Adhemar de Monteil verstorben war und Bohemund von Tarent in Antiochia blieb, übernahm nun Raimund von Toulouse die Führung des Kreuzzuges. Am 13. Januar 1099 brach er mit dem verbliebenen Kreuzfahrerheer, das schätzungsweise noch 14.000 kampffähige Männer umfasste, darunter rund 1.500 Ritter, in Richtung Jerusalem auf. Die meisten Städte, an denen sie vorüberkamen, boten ihnen Nahrungsmittel an und ließen sie schnell durchziehen. Raimund beabsichtigte wohl, sich als Gegengewicht zu Bohemund in Antiochia ein Herrschaftsgebiet um Tripolis zu errichten. So ließ er im Februar 1099 die Burg Arqa nahe Tripolis belagern. Auf Drängen der anderen Kreuzfahrer, die ungeduldig waren, Jerusalem zu erreichen, wurde die Belagerung am 13. Mai erfolglos abgebrochen und der Weg entlang der Mittelmeerküste fortgesetzt. Unterwegs brachten die Kreuzritter mehrere Hafenstädte, so auch Jaffa, unter ihre Kontrolle, von wo sie über Ramla ins Landesinnere weiterzogen. Eroberung Jerusalems Anfang Juni 1099 erreichten die Kreuzfahrer Jerusalem, das sich seit 1098 unter der Herrschaft der ägyptischen Fatimiden befand. Das Kreuzfahrerheer wurde mit unerwarteten Schwierigkeiten konfrontiert: Nahrungs- und vor allem Wassermangel, die große Hitze und auftretende Seuchen demoralisierten die Angreifer. Hinzu kamen regelmäßige Ausfälle der Verteidiger, die obendrein sämtliche katholische Christen aus Jerusalem vertrieben, die nun mit den Belagerern in der lebensfeindlichen Landschaft vor den Mauern der Stadt ausharren mussten. Die Verteidiger hatten alle Brunnen vor der Stadt zuschütten und sämtliche Bäume fällen lassen, damit die Christen kein Belagerungsgerät bauen konnten. Aus einer entfernten Quelle herangeschafftes Wasser wies eine schlechte Qualität auf. Viele Kreuzfahrer erlagen den Strapazen oder verließen das Lager, um auf eigene Faust in die Heimat zurückzukehren. Die Stadtmauern konnten ohne Belagerungsmaschinen nicht überwunden werden, so dass ein Angriff zunächst sinnlos erschien. Dennoch entschieden sich die Anführer des Kreuzfahrerheers, die Stadt bereits am 13. Juni 1099 anzugreifen. Der Angriff ohne Hilfsmittel scheiterte trotz unermüdlichen Anrennens und der vorübergehenden Eroberung der nördlichen Befestigungsanlagen. Nach einiger Suche konnte schließlich Bauholz aus dem entfernten Samaria beschafft werden und das Kreuzfahrerheer begann mit dem Bau von Belagerungstürmen, Rammen und Katapulten. Mit Hilfe dieser Belagerungsmaschinen nahmen die Kreuzfahrer die Stadt nach einem fünfwöchigen, verlustreichen Kampf am 15. Juli 1099 ein. Christliche und muslimische Chronisten berichten, dass die Kreuzfahrer nach der Erstürmung der Stadt ein grausames Gemetzel unter den Muslimen und den Juden anrichteten und auch noch in der Stadt verbliebene Christen (koptische wie syrische) niedermachten. Muslimische Quellen gingen von 70.000 Toten aus, christliche Schätzungen von 10.000 Toten, allerdings wurden diese hohen Zahlen von der jüngeren Forschung widerlegt. Auf Basis einer hebräischen Quelle wird nunmehr von 3.000 Opfern bei der Einnahme Jerusalems ausgegangen, bei der auch viele Gefangene gemacht wurden. Daraus kann man schließen, dass im Mittelalter die Vorstellung von der Brutalität der Kreuzfahrer auf beiden Seiten des Konflikts ein Gegenstand von Manipulation und Übertreibung gewesen ist. [7]   Gottfried von Bouillon lehnte es ab, sich zum König von Jerusalem krönen zu lassen, weil er sich nicht in der Stadt zum König krönen lassen wollte, in der Jesus Christus die Dornenkrone getragen hatte. Er wurde daher zum advocatus sancti sepulchri („Beschützer des Heiligen Grabes“) ernannt und Regent des neu errichteten Königreichs Jerusalem. Unter seiner Führung wurde ein Fatimiden-Heer in der Schlacht von Askalon geschlagen, wodurch der erste Kreuzzug endgültig abgeschlossen wurde. Als Gottfried bereits im Jahre 1100 verstarb, nahm sein Bruder Balduin von Boulogne den Titel des Königs von Jerusalem an und überließ die Grafschaft Edessa seinem Vetter Balduin von Bourcq. Raimund IV. von Toulouse errichtete im Jahre 1109 an der syrischen Küste die Grafschaft Tripolis, den vierten Kreuzfahrerstaat.
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